WIR unter 30 – Interview mit Kaffee & Köpfe

Frauenpower und das unter 30? Das findest du in dieser Reihe! In “WIR unter 30” interviewen wir beeindruckende, starke und faszinierende Frauen vor, die sich und ihr Business vorstellen. Über meine ersten Interviewgäste bin ich mehr als glücklich, da ich schon das Vergnügen hatte mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Interview mit Kaffee & Köpfe

Wer seid ihr?

Wir sind Kaffee & Köpfe Mediendesign alias Jule & Jackie. So sind wir: empathisch,  strukturiert, voll nett.
Was man nicht von uns erwartet: Wir beschäftigen uns häufig mit den Themen Angst und Mut – von zwei ganz unterschiedlichen Standpunkten aus! Hier kannst du ihnen auf Instagram folgen, um Einblicke in ihr Business und Gedanken zu bekommen.

Woher kennt ihr euch?

Wir haben uns bei unserem letzten Arbeitgeber kennengelernt. Zuerst in der Pause und später durch gemeinsame Projekte.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen euch zusammen selbstständig zu machen?

Jackie hatte bereits seitdem sie 15 ist das Ziel spätestens mit 30 selbstständig zu sein. Jule hat immer mal wieder damit geliebäugelt. Als es dann bei uns beiden an der Zeit war, etwas zu verändern, haben wir uns intensiv damit beschäftigt. Wir haben ein halbes Jahr lang so etwas wie eine Probezeit gemacht. In dieser Zeit haben wir neben unseren Vollzeitjobs gemeinsam verschiedene Projekte bearbeitet. So konnten wir testen, wie wir außerhalb der  Firma zusammen arbeiten  – mit Erfolg! 🙂

Wie kam es zu eurem tollen Namen und was bedeutet er euch?

Es gibt bei uns tatsächlich keine verrückte Background-Story. Es ist relativ simpel: Wir lieben Kaffee und wir mögen Alliterationen. Von den vielen Möglichkeiten, die uns als Name eingefallen sind, ist dieser am längsten bei uns hängen geblieben. Für uns passt er halt: Kaffee und Köpfe sind die Grundwerkzeuge, die wir brauchen. Unsere Tools können noch so gut sein, ohne die beiden Komponenten funktioniert nichts.

Wieso “nachhaltig”? Was ist euch in dem Punkt wichtig?

Um dieses Thema kommt man ja eigentlich nicht mehr drum herum. Egal ob als Privatperson oder jetzt endlich auch als Unternehmen. Es ist wahrscheinlich auch ein Symptom unserer Generation, weil wir bereits Konsequenzen sehen. Durch die Transparenz und Zugänglichkeit der Geschehnisse weltweit kann man eben einfach nicht mehr wegschauen. Sei es der Umgang mit Menschen, der Mangel und der Überfluss an Gütern und ganz klar: die Auswirkungen des Klimawandels. Es ist ja bereits bewiesen, dass unsere Generation einen Sinn in ihrer Existenz und ihrem Handeln sehen will. Welchen tieferen Sinn könnte es geben, als die Welt ein wenig besser zu machen?

Bei unserer Arbeit klären wir unsere Kundinnen und Projektpartnerinnen über die Möglichkeiten im Bereich nachhaltiges Design auf. Es gibt viele Stellschrauben, an denen wir drehen können, damit eine Webseite eine umweltschonendere Performance bietet. Auch im Printdesign gibt es immer mehr Druckereien, die nachhaltige Produkte anbieten. Es ist uns wichtig, dass unsere Auftraggeberinnen über diese Optionen Bescheid wissen und ihre Entscheidungen auf dieser Informationsgrundlage treffen können.

Was empfindet ihr als größte Herausforderung in eurem Business?

Am liebsten würden wir natürlich nur für nachhaltige Unternehmen oder Projekte arbeiten. Dieser Markt ist aber 1. ziemlich umkämpft und 2. läuft vieles auf ehrenamtlicher Basis. Außerdem wollen wir natürlich selbst möglichst nachhaltig leben. Das ist an manchen Stellen leider immer noch eine Frage des Geldbeutels, weswegen wir ständig abwägen müssen, wie wir trotzdem unsere eigenen Ziele erreichen können. (gerade jetzt am Anfang) Schau dir hier ihr tolles Portfolio an!

©Kaffee & Köpfe Mediendesign

Woher bekommt ihr eure Inspirationen?

Das ist bei uns beiden sehr unterschiedlich: Jackie hat eine Idee oder ein Bild im Kopf und setzt dies dann um. Man könnte sagen, dass sie regelmäßig von der Muse geküsst wird! Wenn es doch mal einen äußeren Reiz braucht, setzt sie auf Pinterest und Instagram. Jule ist da eher die theoretisch Verkopfte. Ganz viel Input, diesen verarbeiten und dann ein wenig Output. Bei ihr helfen Bücher, Videos und Gespräche mit anderen. Zusammen sprechen wir einfach unglaublich viel ab und entwickeln so gemeinsam Ideen zu einem Konzept. Manchmal träumen wir auch nur gemeinsam oder suchen Lösungen für Probleme aus unserem Alltag. Hindernisse und Nervereien sind immer ein guter Quell für Ideen!

Was sind eure Ziele und Projekte für die Zukunft?

Puh, da gibt es so viele! Wir kürzen das mal ab:

  • Kurzfristiges Ziel: Unser Blog soll starten und wir wollen unsere eigenen Produkte auf den Markt bringen – vielleicht mit einem eigenen Shop, da sind wir noch unschlüssig.
  • Mittelfristiges Ziel: Wir hätten gerne ein gemeinsames Büro mit einer Art Werkstatt. Linoldruck, Siebdruck, Stop-Motion-Videos – das alles braucht Platz. Von Zuhause aus arbeiten ist cool, aber schöner wäre ein gemeinsamer „Spielplatz“.
  • Langfristiges Ziel: Eine Optimalvorstellung / Utopia wäre für uns: Wir haben gut bezahlte laufende Projekte, die Spaß machen und unsere Fixkosten decken. Unsere übrige Zeit können wir in soziale Projekte stecken. Am besten mit einem mobilen Büro durch Europa reisen und guten Ideen / Start-Ups in Sachen Kommunikationsstrategie & Werbematerial auf die Beine helfen.

Welches eurer Designs ist euer persönlicher Favorit und warum?

Bis jetzt: Unser Entwurf für einen nachhaltigen Reiseführer – weil er uns die besten Möglichkeiten eröffnet hat 🙂

Warum würdet ihr euch als Feministinnen bezeichnen?

Über diese Frage haben wir ein wenig diskutiert. Wir beide hatten schnell die Antwort: „Ja klar sind wir Feministinnen!“ Dann kam aber die Frage auf: „Dürfen wir das so sagen? Was machen wir denn dafür?“ Anschließend versuchten wir eine Antwort darauf zu finden, was Feminismus für uns überhaupt ist und welche Art jede für sich ausübt. Es ist ähnlich wie die Frage zur Nachhaltigkeit. Für uns gibt es einfach keine andere Wahl als sich dafür stark zu machen!

©Kaffee & Köpfe Mediendesign

Gerade als Frau: Warum solltest du nicht für Gleichberechtigung sein? Und das ist auch unsere Form von Feminismus: Scheiß auf Vorurteile. Scheiß auf dieses Frau vs. Mann-Thema. Warum gelten kinderlose Frauen als egoistisch, aber Männer fragt man nicht mal nach der Familienplanung? Warum haben wir beide so viele Frauen im Umfeld, die sich im Dunkeln gar nicht oder nur mit Pfefferspray vor die Haustür trauen? Warum gibt es junge Frauen, die gesundheitliche Probleme durch die Pille haben, sie aber weiter nehmen, weil es „keine andere Wahl“ gibt, da der Freund kein Kondom verwenden will? Das Problem der mangelnden Gleichberechtigung liegt nicht nur bei den „alten, weißen Männern“. Viele junge Frauen – und Männer! – leiden an Rollenklischees, die sie selbst nicht merken oder hinterfragen. Gerade Männer dürfen häufig noch weniger sie selbst sein, wenn dies nicht dem „großen starken Mann“-Image entspricht. Und das ist es auch, was wir als Feministinnen machen: Wir hören zu, hinterfragen, kritisieren und konfrontieren – im eigenen Umfeld. Für die Zukunft möchten wir uns als Unternehmen neben der Nachhaltigkeit auch für dieses Thema stark machen. Sobald wir wissen, wie wir das mit den eigenen Produkten angehen, wollen wir einige Projekte starten, die über die aktuellen Missstände – auch im Bereich Gendergleichheit – aufklären.

©Kaffee & Köpfe Mediendesign

Vielen Dank für das tolle und spannende Interview! Durch die wunderbaren Illustrationen – alle hier stammen von Kaffee & Köpfe Mediendesign – konntest du ja schon einen Einblick in die Arbeit der beiden bekommen. Wenn du dich für mehr interessierst, kannst du hier ihr Portfolio anschauen. Wenn du – was ich nur von Herzen empfehlen kann – ihnen auf Instagram folgen willst, kannst du dies hier tun. Dort bekommst du einen Einblick in die Arbeit und Gedanken der beiden.

SophiaWiesbeck
Sophia ist die Gründerin von FEM Up und seit Jahren begeisterte Texterin. Sie hat schon über die Jahre Erfahrungen im Bereich Bloggen gesammelt und konnte nun endlich ihr Herzensprojekt - ein Blogazine für Female Empowerement - umsetzen.